Hamburg bewirbt sich um EuroPride 2020

Mit dem Event zum 40. Geburtstag des Hamburger CSD wollen die Veranstalter ein deutliches Signal senden

49
CSD Hamburg
Martin Stiewe/Hamburg Pride

Hamburg bewirbt sich um den EuroPride 2020. Das hat der Hamburg Pride e.V., Veranstalter des CSD der Hansestadt, angekündigt. Die Mitgliederversammlung habe die Bewerbung am Mittwoch einstimmig beschlossen, heißt es in einer entsprechenden Aussendung.

„Starkes Signal einer offenen und freien Gesellschaft“

Der EuroPride in Hamburg soll ein „starkes Signal für die Werte einer offenen, solidarischen und freien Gesellschaft sein und die Menschenrechte für LGBTI in den Fokus rücken“, erklärte Stefan Mielchen, Vorsitzender des Hamburg Pride. Denn gerade sexuelle Minderheiten würden den Vormarsch von Populisten und Rechtsextremen in Europa und den USA besonders spüren. Diesem „gesellschaftlichen Rollback“ müsse man sich mit aller Macht entgegenstellen.

Deshalb möchte sich Hamburg im Jahr 2020 als Stadt der Vielfalt und der Weltoffenheit präsentieren. Der Europride solle ein „starkes Signal für die Werte einer offenen, solidarischen und freien Gesellschaft sein“ und die Menschenrechte für sexuelle Minderheiten in den Fokus rücken, so Mielchen. Deshalb würde anlässlich des Europride auch eine internationale Menschenrechtskonferenz in Hamburg veranstaltet werden.

EuroPride zum 40. Geburtstag des CSD Hamburg?

Außerdem feiert der CSD Hamburg in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Trotzdem soll der EuroPride nicht nur ein Projekt der LGBTI-Community sein, sondern von einer breiten Mehrheit der Hamburger Gesellschaft getragen werden. „Denn Gesellschaft funktioniert nur miteinander, nicht gegeneinander. Eine Stadt wie Hamburg mit ihrer weltoffenen, liberalen Tradition kann hier Vorbild sein und international Brücken bauen“, ist der CSD-Chef überzeugt.

Unterstützung für seine Pläne bekommt der Hamburg Pride von der Politik. Er habe mit den Verantwortlichen bereits „vielversprechende Gespräche“ geführt, erklärt Mielchen. Die Hansestadt hat den EuroPride bereits 2004 abgehalten.

Hamburg würde den Staffelstab für den EuroPride aus Wien erhalten, wo die Veranstaltung im Jahr 2019 stattfindet. Die Entscheidung darüber fällt im Herbst 2017 auf einer Mitgliederversammlung der European Pride Organizers Association (EPOA). Die Konkurrenten der norddeutschen Metropole sind bis jetzt Brüssel, Bergen und Thessaloniki. Dieses Jahr fand der EuroPride in Amsterdam statt, für 2017 hat Madrid den Zuschlag erhalten.