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Benjamin Melzer: Der erste Transmann auf dem ‚Men’s Health‘-Cover

Auf dem aktuellen Cover der deutschen „Men’s Health“-Ausgabe ist zum ersten Mal ein Transmann zu sehen: Der 29-jährige Benjamin Melzer posiert gemeinsam mit vier anderen Lesern des Magazins – eine Premiere in der zwanzigjährigen Geschichte der deutschsprachigen Ausgabe.

Kein anderer war beim Shooting so locker

Die fünf Männer haben am „Covercontest“ des Magazins teilgenommen. Nun zieren sie gemeinsam das Titelblatt der Ausgabe für Abonnenten. Markus Stenglein, Chefredakteur von „Men’s Health“ ist von Benjamin begeistert: „Beim Shooting war Ben so außergewöhnlich locker und souverän vor der Kamera wie kein anderer.“ Der Grundstein für eine Karriere als Fitnessmodel scheint gelegt.

Dass Benjamin Melzer nicht als Mann geboren wurde, ist für die Zeitschrift kein Problem: „Ben sieht aus wie ein Mann, er fühlt sich wie ein Mann, er ist ein Mann“, macht Chefredakteur Stenglein klar.

Vorurteile abbauen, Ansprechperson sein

Ein Selbstverständnis, das auch Melzer nützt. Er ist froh, einen „Anstoß in Richtung Transmänner“ zu geben. Im Modelling sieht er auch einen politischen Auftrag. Er will Vorurteile abbauen, als Vorbild fungieren und anderen Transmenschen in Sozialen Medien als Kontakt für Fragen zur Verfügung stehen.

Das imponiert auch den „Men’s Health“-Chefredakteur: „Die Transgendergemeinde braucht Menschen wie Ben“, findet Stenglein.

Auf Instagram folgen Benjamin Melzer schon mehrere zehntausend Fans – darunter auch andere Transmänner. „Ich bin stolz auf dich! Du bist meine Inspiration. Ich hoffe, dass ich eines Tages wie du sein werde“, schreibt ein Nutzer.

Darin sieht Nicole Faerber, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität, eine Gefahr. Denn bei Melzer sei die Geschlechtsanpassung besonders gut gelungen. „Das ist ein Ideal, das nicht jeder erreichen kann“, warnt sie.

Transgender leben auch jenseits von männlich und weiblich

Wie viele Transgender es gibt, ist unklar. Die Schätzungen gehen weit auseinander: Die einen sprechen von einer auf 1.000 Geburten, die anderen gehen davon aus, dass eine von 100.000 Geburten trans ist. Nicht alle lassen ihr Geschlecht aber anpassen oder leben abseits ihres geborenen Geschlechts. Viele bezeichnen sich als „Weder-Noch-Menschen“, erklärt Nicole Faerber. Auch dieser Teil des Regenbogens ist bunt.

Damit haben aber breite Teile der Gesellschaft ein Problem: „Die Idee, dass es jenseits von ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ etwas geben könnte, ist gesellschaftlich noch nicht akzeptiert“, erklärt Faerber, warum viele Transgender ihr Geschlecht anpassen wollen.

[Video] Australische Mutter erregt sich über Lesben im Kellogg’s-Spot

Es ist ein Werbespot, der Frauen Mut machen soll: In Australien ruft der Frühstücksflockenriese Kellogg‘s in seinem aktuellen Werbespot für „Special K“-Cerealiien Frauen dazu auf, mit sich selbstbewusst umzugehen. Doch für eine besorgte Mutter sind die Frauen in der Werbung wohl zu selbstbewusst.

Denn kurz vor dem Ende des einminütigen Spots küssen sich auch zwei Frauen. Die Szene dauert eine halbe Sekunde, doch das ist der Frau schon zuviel: Sie verklagt Kellogg’s deswegen. „Dieser physische Akt hat rein gar nichts mit einem Frühstücksprodukt zu tun (…). Mein sieben Jahre alter Sohn muss das nicht in unserem Wohnzimmer zu sehen bekommen“, ist die Frau empört.

Denn der Kuss könnte zahlreiche Kinder verstören, so die besorgte Mutter weiter. Das Vorgehen sei unverantwortlich. Es würde mit dem Spot eine „bestimmte Agenda“ verfolgt und sie nerve die „ständige Verbreitung lesbischer Botschaften“, verrät die Frau unterbewusst ihre wahren Motive für die Klage.

Empörte Konsumentin blitzt ab

Das sieht Kellogg’s naturgemäß anders: „Eine Szene, die kurz zeigt, wie sich zwei Frauen küssen – im Kontext einer Werbung, die die Tatsache der weiblichen Vielfalt feiert – kann nicht als diskriminierend gegenüber Konsumenten mit reilgiösen oder anderen Überzeugungen in einer Weise, die den Richtlinien widerspricht, gewertet werden“, heißt es in einer Stellungnahme.

Auch die zuständige Aufsichtsbehörde sieht die Sache locker: „Unser Gesamteindruck ist, dass Frauen gezeigt werden, die sich selbstbewusst verhalten. Es gibt keinen unangemessenen Fokus auf diese eine bestimmte Szene, die ohnehin nur sehr flüchtig ist“, nimmt die australische Werbeaufsicht Kellogg’s und das lesbische Paar in Schutz.

[Video] Russland: Ist Calvin-Klein-Werbung illegale ‚Homo-Propaganda‘?

Für Aufregung sorgt in Russland derzeit ein Werbespot für das neue Parfum von Calvin Klein: In dem Film für „CK2“ sind auch zwei gleichgeschlechtliche Paare zu sehen – ein klarer Verstoß gegen das international umstrittene Gesetz gegen „Homo-Propaganda“, finden zahlreiche Russen.

Oben ohne Motorrad fahren fördert offenbar Pädophilie

Eine Gruppe von Aktivisten aus der nordrussischen Hafenstadt Archangelsk hat den Spot bei der zuständigen Behörde gemeldet, weil er „Elemente der Propaganda für Homosexualität und Pädophilie“ enthalte. Die Freiwilligen haben sich Medienberichten zufolge den Film sogar mehrmals auf YouTube angesehen, um sich über die „Propaganda“ von Calvin Klein beschweren zu können.

Konkret sind in dem einminütigen Spot unter anderem ein männliches Paar zu sehen, das ohne Shirt auf einem Motorrad fährt, und ein weibliches Paar, das auf der Autobahn ihre Brüste zeigt. Im Gegensatz zu den heterosexuellen Paaren in dem Film küssen sich die homosexuellen Paare nicht.

Die Beamten der zuständigen Wettbewerbsbehörde wollen nun in Zusammenarbeit mit der Medienbehörde Roskomnadzor prüfen, ob der Modegigant russisches Recht gebrochen hat und gegen das 2013 verabschiedete Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ verstoßen hat.

Sollte dies der Fall sein, droht Calvin Klein eine Geldstrafe in der Höhe von einer Million Rubel, umgerechnet etwa 13.000 Euro. Außerdem könnte der Firma der Handel in Russland für drei Monate untersagt werden. Eine Entscheidung wird in den nächsten drei Wochen erwartet.

Empörung erntet auch in Russland Spott

Doch die Aktivisten von Archangelsk bekommen nicht nur Lob für Ihre Aktion. Auf einer russischen Webseite, die über die Aktion berichtet, schreibt ein User: „Denjenigen, die sich beschweren, fehlt normalerweise etwas. Es sieht so aus, als ob Archangelsk die Wärme und Zärtlichkeit von starken männlichen Händen fehlt. Die sind eifersüchtig.“

Laut einer offiziellen Beschreibung von Calvin Klein soll die Werbung übrigens „die Spannung des Lebens verkörpern und die Verschiedenheit der Verbindungen zwischen zwei Menschen feiern“. Bei „CK2“ handelt es sich um ein Unisex-Parfum, das als „neuer Duft für uns beide“ beworben wird.

Barilla: Kommt Werbung mit Lesben und Schwulen?

Die Aufregung war groß, als Firmenpatron Guido Barilla im Jahr 2013 in einem Interview erklärte, dass schwule und lesbische Paare für ihn keine Familie seien. Nun könnten sich seine Ansichten etwas geändert haben.

Shitstorm nach Radio-Interview

In einem Radio-Interview erklärte Barilla damals, er würde keine Fernsehwerbung mit gleichgeschlechtlichen Paaren machen. Die Pasta-Marke stehe für einen traditionellen Familienbegriff – und wenn das Lesben und Schwulen nicht gefalle, sollten sie andere Pasta essen.

Das ließ sich die Community nicht zweimal sagen: Es kam zu einem veritablen Shitstorm gegen Barilla, vor allem in den USA gab es Boykottaufrufe großer LGBT-Organisationen. Der Imageschaden für das Pasta-Imperium hält bis heute an.

Protest als Chance, „Themen sensibler anzugehen“

Guido Barilla versucht, die Auswirkungen herunterzuspielen: „Es gab Boykotte, aber keine großen“, sagt der 57-Jährige in einem Interview mit der Wochenzeitung „Schweiz am Sonntag“.

Der Nudelbaron versucht, positive Seiten an den Protesten zu finden: Der Skandal habe der Firma vielmehr die Möglichkeit gegeben, gewisse Themen sensibler anzugehen, die man vorher oberflächlich betrachtet habe, sagt er in dem Interview.

Firmenchef hatte „nie ein Problem“ mit Homo-Paaren

Er selbst habe mit gleichgeschlechtlichen Familien „nie ein Problem“ gehabt, betont Barilla gegenüber „Schweiz am Sonntag“: „In dem Interview ging es um eine ganz spezifische Werbekampagne. Und meine persönliche Meinung zu diesem kleinen Problem wurde von vielen Leuten aufgebauscht und als Meinung der Firma dargestellt“, erklärt er heute.

Damals hat Barilla angekündigt, über Fernsehspots mit Regenbogenfamilien nachzudenken. Und das macht der italienische Konzern offenbar bis heute. Auf die Frage, ob es Werbung mit Lesben und Schwulen geben könnte, meinte Guido Barilla: „Irgendwann ja“.

Wann genau, diese Frage ließ Barilla, der dem Familienunternehmen in vierter Generation vorsteht, offen. Und so warten wir wohl noch länger auf das erste gleichgeschlechtliche Paar in einem Spot der italienischen Pasta-Kultmarke.

Dieser pinke Flieger heißt ‚GAY‘ und fliegt nach San Francisco

Der 2012 gegründeten isländischen Low-Cost-Airline „WOW“ ist ein bemerkenswerter PR-Coup gelungen: Die Fluggesellschaft hat ihrem neuesten Flieger, einem pink gestrichenen Airbus A330 mit 350 Sitzplätzen, das Luftfahrtkennzeichen „TF-GAY“ verpasst. Fliegen will man damit von Reykjavik nach San Francisco – zu Ehren der LGBT-Bewegung.

„Wir unterstützen voll und ganz den Kampf queerer Menschen für gleiche Rechte – so wie wir gleiche Rechte für jeden unterstützen, unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Herkunft oder Kultur“, erklärt Skúli Mogensen, der Vorstandsvorsitzende von WOW Air am Montag im Interview mit der Webseite „gayiceland.is“.

Pilot hatte Idee für den Namen

Die Idee, der Maschine dieses Kürzel zu verpassen, kam aus der Firma: „Einer unserer Piloten ist zu mir gekommen und hat mir den Namen vorgeschlagen. Ich habe mir gedacht, das wäre eine coole Idee, und dann haben wir das umgesetzt“, erzählt Mogensen: „Von Beginn an haben wir Freude und Freundlichkeit in unseren Leistungen hervorgehoben, weil sich alle in der WOW-Familie willkommen fühlen wollen. Und wir denken, dass TF-GAY hervorragend in unserer modernes Familienkonzept passt.“

„Der Name passt perfekt in unser Konzept, mit den Namen, die wir unseren Flugzeugen geben, eine moderne Familie zu schaffen.“ Dem entsprechend haben auch die anderen Flieger von WOW Air derart einprägsame Luftfahrtkenzeichen. Sie verkehren unter den Kürzeln TF-MOM, TF-DAD, TF-SIS, TF-BRO, TF-SON und TF-KID.

Das erste Flugzeug war dabei TF-MOM: „WOW ist im Grunde ein auf den Kopf gestelltes MOM, und jeder liebt nun mal seine Mutter.“, erklärt Mogensen seine Strategie.

Keine Angst vor negativen Reaktionen

Auf Menschen, die nicht mit einem pinken Flugzeug mit der Kennzeichnung TF-GAY fliegen wollen, kann WOW Air gerne verzichten, betont Mogensen: „Wenn ich Angst davor hätte, was Leute über mich oder das, was ich mache, sagen könnten, würde es WOW Air nicht geben. Vorurteile und Engstirnigkeit sind normalerweise das Resultat von Ignoranz und einem Minderwertigkeitskomplex. Diese Ansichten richten sich selbst“, gibt sich der Airline-Betreiber selbstbewusst.

Die Maschine mit dem Kürzel TF-GAY ist eine von drei Neubestellungen der Airline. Ab Sommer soll sie zwischen dem Flughafen von Reykjavik und San Francisco fliegen. One-Way-Tickets ab Mitteleuropa sind bereits ab 250 Euro zu haben.

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