Mehr als 54 Prozent der Pol:innen wünschen sich die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften in ihrem Land. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Instituts United Surveys für die Tageszeitung Dziennik/Gazeta hervor.
Entscheidend ist, wer keine Eingetragenen Partnerschaften will
Allerdings ist auch der Widerstand gegen die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit 42 Prozent sehr hoch – und das macht die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes derzeit nicht sehr wahrscheinlich.
Denn eine Mehrheit der Unentschlossenen und Konservativen ist gegen die Einführung – und bei genau diesen Wähler:innen muss die mitregierende Bauernpartei (PSL) punkten, wenn sie auf der politischen Bühne überleben möchte.
Bis zur Präsidentenwahl dürfte sich nicht viel tun
Der Politologe Rafał Chwedoruk rechnet nicht damit, dass es eine Entscheidung zu Eingetragenen Partnerschaften vor den Präsidentenwahlen im nächsten Jahr geben wird. Zwar wird die Linke dieses Thema in der Regierung vorantreiben, doch auch die liberale Bürgerplattform von Premierminister Donald Tusk hat kein Interesse, das Thema im Wahlkampf hochkochen zu lassen.
Denn die Stimmen der Unentschlossenen und Konservativen sind vor allem in der Stichwahl um das Präsidentenamt wichtig, damit der eigene Kandidat gewinnt. Derzeit wird das Amt vom langjährigen PiS-Politiker Andrzej Duda bekleidet, der wichtige Gesetzesvorlagen der Regierung blockiert.

